BAD FINANCE #16 Deutschlands fatalste Bankenpleite
Shownotes
Das Jahr 1974 war ein aufregendes Jahr für die damalige Bundesrepublik Deutschland - Westdeutschland feierte seine neuen Fußball-Weltmeister im eigenen Land, wo sich zur gleichen Zeit eine bisher ungeahnte Katastrophe im Bankenwesen abspielte. Im Mittelpunkt: Die unfassbare und wahre Geschichte eines Devisenhändlers, der die einzige deutsche Bankenpleite in der Nachkriegszeit verschuldete und trotzdem auf freien Fuß kam.
In der Finanzwelt wird betrogen, Unschuldige werden ausgebeutet und die Gier nach noch mehr Geld steigt ins Unermessliche. In „Bad Finance” sprechen wir über wahre Betrugsfälle und ob solche Fails wieder passieren können.
Credits
Host: Vreni Frost Experte: Christian Kirchner Off-Sprecher: Stefan Bergel Regie: Rob Szymoniak Redaktion/Text: Christian Kirchner, Rob Szymoniak Postproduktion: Podcastmania
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Transkript anzeigen
00:00:02: Fairs und Fiascos in der Welt der Finanzen.
00:00:07: Raffinierte und verbrecherische Methoden, dubiose Geschäftemacher die sich auf dem Rücken unschuldiger in die eigenen Taschen wirtschaften – In einem System das uns eigentlich freier und sorgloser machen soll.
00:00:21: Ware Betrugsfälle Im Talk mit Vreny Frost und Christian Kirchner.
00:00:29: Bad Finance Die Gier nach Geld.
00:00:33: Folge sechzehn Die fatalste Bankenplatte der Jungen Bundesrepublik.
00:00:38: Köln, nineteenhundert, vierundsiebzig Es ist die Zeit von Schlaghosen und Flowerpower.
00:00:45: In den Wohnzimmern stehen Telefone mit Drehscheiben Alle feiern ihre Fußballweltmeister Und ausgerechnet während der Fussball-WM vierund siebzig in Westdeutschland erschüttert eine kleine Kölner Privatbank – die Finanzwelt!
00:01:00: Es is' die Herrstadtbank die ihre Goldjungs wie wild mit fremden Kapital zocken lässt.
00:01:07: Anfangs mit gigantischem Erfolg, immer mehr Kunden und
00:01:10: Anleger wollen immer mehr!
00:01:13: Nur irgendwann kommen Fragen auf... Ob das kleine Institut nicht ein viel zu großes Rad dreht?
00:01:20: Was hat es mit
00:01:21: der
00:01:21: Raumstation Orion auf sich?
00:01:24: Und wer ist eigentlich dieser Danny
00:01:26: Duttel?!
00:01:27: Die unfassbare und wahre Geschichte eines Deviesenhändlers
00:01:31: der die
00:01:31: einzige deutsche Bankenpleite
00:01:33: in der Nachkriegszeit
00:01:34: verschuldet und trotzdem ohne Strafe davon
00:01:37: kommt.
00:01:40: Das Geld ist nie weg, es hat immer nur jemand anderes!
00:01:44: Herzlich willkommen zu unserer True Crime-Serie über wahre und spektakuläre Betrugsfälle in der Finanzwelt.
00:01:50: Ich bin Freny Frost und ich treffe hier immer unseren Finanzspezialisten Christian Kirchner.
00:01:56: Im Fall der Herrstadtbankpleite steht vor allem einer im Fokus Danny Duttel.
00:02:00: Ist das wirklich sein richtiger Name?
00:02:02: Sein richtiger Name laute Daniel Dattel, aber bekannt war er.
00:02:06: Traht doch als solcher im Fernsehen auf als Danny-Dattl!
00:02:09: Der Mann mit der wuchtigen Nase und den wuscheligen Haaren – was hat der genau gemacht?
00:02:13: Sein Beruf war das Erleiter des Devisenhandels bei einer Kölner Bank war, aber im Prinzip hat er gezockt und sich irgendwann massiv verzockt.
00:02:22: Es war das erste Auftreten von einem Spekulanten in Deutschland auch in der Öffentlichkeit.
00:02:27: Er war ein Währungsexperte, der als solcher häufig im Fernsehen kommentiert hat, warum sich Wechselkurse wie verändern und in welche Richtung es vermutlich
00:02:35: geht.".
00:02:35: Die Bank hieß nicht, wie man es vermuten könnte, Dattelsbank sondern die kleine Privatbank Herrstadt.
00:02:42: Wir klären gleich mal das Konstrukt und wie es zu den Fails-und-Fiascos kam, damals Mitte der Siebzigerjahre in Köln.
00:02:49: Wir beleuchten natürlich auch die skandalöse juristische Aufarbeitung.
00:02:53: Wie konnte man als Übeltäter hier straffrei davonkommen?
00:02:56: Und das hatte auch keine andere Bank – die Raumstation Orion!
00:03:00: Ziemlich abstrus das Ganze.
00:03:02: Das hört ihr auch gleich im Detail von Bad Finance, die Gier nach Geld.
00:03:08: Christian sortieren wir bitte mal….
00:03:10: Bei Aufstieg und Fall der Herstadt Bank dieser kleinen, feinen Privatbank in Köln stehen drei Männer im Fokus.
00:03:16: Was für Gestalten sind das gewesen?
00:03:18: Es gibt einen großen Industrieversicherer namens Girling in Kologne Und der Erbe dieser mächtigen Versicherung, der heißt Hans-Girling.
00:03:26: Der kauft damals für lumpige fünf Millionen Euro Also hochgerechnet jetzt den heutigen Geld Gemeinsam mit seinem Buddy Ivan Herrstadt eine Bank die Privat Bank Hocker.
00:03:35: Die gab's damals schon ne ganze Weile.
00:03:37: Herrstadt selbst stammt aus einer Bankiersfamilie, aber der gehört seit eighthundertneunzig keine Bank mehr und das war für Herrstadt eine wunderbare Gelegenheit wieder zurück in verantwortlicher Position in eine Bank einzurücken.
00:03:50: Die Besitzverhältnisse waren zwar so dass Gerling achtzig Prozent gehören, Herrstadt den Rest aber es war einfach sein Traum nachdem er solange seine Familie tatsächlich als Bankiers-Familietät ich war selbst wieder eine Bank zu besitzen.
00:04:02: Er war ja trotzdem dann so ein Rich Kid So ein Rich Kids Sohn.
00:04:05: Das kann man so sagen!
00:04:06: Okay und wie liefen die Geschäfte jetzt?
00:04:08: Na Rich Kid hin oder her, die Bank ist rasant gewachsen und hat prosperiert.
00:04:13: das lag aber auch daran dass Herrstadt einen in Köln sagt mal Klüngel auf vor dem Herrn war.
00:04:17: Kölscher Klüngl, sagt ihr das was?
00:04:18: Naja geklüngle ist immer wenn du dir deine Buddies halt irgendwie ran holst Wie das die Großkopfwotten ja gerne mal machen, ne?
00:04:25: Und Kölscheklüngel ist dann nochmal die Spezialform davon.
00:04:28: Da geht's vor allen Dingen drum rund um den Karneval Geschäfte zu machen.
00:04:31: da war Herrstadt mittendrin jede Karnevalssitzung musste sein.
00:04:35: Da hält man in Köln zusammen, da macht man Geschäften am liebsten unter sich und wenn es da eine Kölner Bank gibt dass ich mein Geld nicht nach Frankfurt oder woanders hin oder gar nacht Düsseldorf tragen muss Dann ist das so schöne Sache!
00:04:45: Das hat Herrstadt wunderbar beherrscht.
00:04:48: Vor allem bei den Konditionen hatte auch immer versucht die Wettbewerber enttickt zu unterbieten.
00:04:53: Wir haben ja jetzt zwei Akteure, nämlich Gerling und Herrstadt.
00:04:56: Und dann gibt es noch Danny Dattel!
00:04:58: Der heimliche Star dieser Herrstadtbank, der mit seinen Deals auch intern einer der Goldjungs war – die Leute, die durch Zockerei das Geld beibringen.
00:05:06: Wie er das gemacht hat, erfahren wir gleich.
00:05:09: Auch wie das Ganze irgendwann ins Wanken geraten ist durch Danny Dottel.
00:05:13: Zuerst machen wir aber einen kurzen Exkurs in die damalige Zeit, nämlich in den Neunzehunderts Siebziger, die eine besondere Zeit für Banker war.
00:05:21: Das stimmt.
00:05:22: Eine Bank zu sein, eine Bank zu besitzen das war damals im Grunde genommen eine Gewinnmaschine denn die Kunden tragen einem die ganze Zeit das viele Geld in die Bank rein dass damals entstanden ist verdient wurde durch das Wirtschaftswunder und eine Bank konnte einfach mit diesem vielen Einlagen die Kunden zu ihnen geschleppt haben.
00:05:40: Die Deutschen waren ja damals eher, sie wollten wenig Risiko, Sparbücher oder das Geld auf dem Girokonto liegen lassen.
00:05:46: Das Geld konnten die Banken einfach packen und zur Bundesbank tragen für viel höhere Zinsen.
00:05:51: den Kunden hat man wenig gut geschrieben.
00:05:53: Das war ein super safes absolut nicht riskantes Geschäft mit dem man als Bank total viel Geld verdienen konnte und vor allen Dingen risikolos Geld verdienen konnte.
00:06:03: Es war aber auch die Zeit, in der man in der Bank – und zwar bei Herrstadt – Größen wahnsinnig geworden ist!
00:06:09: Und das hatte seinen guten Grund.
00:06:11: Damals begann nämlich die Divisenspekulation.
00:06:14: Und die Divisionsspekulation also darauf zu wetten dass damals die D-Mark steigt Feld gegen eine andere europäische Währung oder gegen den Dollar.
00:06:23: Das war jahrzehntelang nicht möglich, weil die Wechselkurse fixiert worden sind.
00:06:28: Da musstest du dich nicht drum kümmern.
00:06:29: ist der Dollar heute stark oder schwach bevor, denn ihr kennt es ja bestimmt wenn in Urlaub fährst guckst du erst mal in Amerika wo steht der Dollar?
00:06:35: Na klar wie gut
00:06:36: kann ich einkaufen gehen?
00:06:38: Ganz genau richtig!
00:06:39: Ist das gerade gut für mich, ist grade schlecht für mich.
00:06:41: Also beim Thema Börse und Spekulation kenn' ich ja eigentlich nur bei mir früher in Stuttgart wo ich eine Weile gelebt hab.
00:06:48: da gab's die Bierbörse Und da haben wir quasi jeden Abend dann da gesessen und darauf spekuliert, dass das Bier bald günstig wird.
00:06:53: Kennt
00:06:53: ich!
00:06:54: Hatten wir in Mannheim auch mal, Mokers Inn nannte sich das als ich studiert habe.
00:06:57: Ja
00:06:57: die Bierbörse, das war einfach sehr lukrativ.
00:07:00: an manchen Abenden
00:07:01: Ja, und immer wenn der Crash kommt wird besonders viel bestellt.
00:07:03: Und dann ist man hinterher so bedüdelt dass man noch mehr bestellt auch zu höheren Preisen ja.
00:07:07: Wobei die Deutschen jetzt nicht unbedingt die größten Zocker sind ne?
00:07:09: Das stimmt.
00:07:10: also diese Sparen und legt das Geld zurück.
00:07:12: Das bekommt man ja mit der Muttermilch eigentlich schon rein irgendwie in Kindheitstagen.
00:07:18: Ich muss mal sagen hier reden wir tatsächlich über das andere Extrem.
00:07:20: Vielleicht hat es auch den Reiz ausgemacht, weil man total konservativ spart.
00:07:24: Aktienkultur gab's da damals auch noch keine.
00:07:27: Dann probiert man sich vielleicht doch mal am anderen Ende einfach mit gewiesen.
00:07:32: So ging es in der Herstadtbank zu auf jeden Fall.
00:07:34: Richtig, da sind wir schon bei den Methoden in der Herrstadtbank und da sind wie auch bei der sogenannten Raumstation Orion was zum Henker hat bitte eine Raumstation mit einer Bank zu tun?
00:07:46: Also die Raumstation Orion, das war der Devisenhandelzahl dieser Bank.
00:07:50: Die hieß nicht wirklich so...die hat man sogenannt weil sie futuristisch aussah wie eine Raumstation.
00:07:55: Das war damals ein Film an dem man sich erinnern konnte, der auch futuristischer war.
00:08:00: Der war komplett zugepackt dieser Raum mit Computern gigantischen Computern mehrere nebeneinander Es gab eine angeschnittene Pyramide in der Mitte des Handelssaals und es gab jede Menge Telefone.
00:08:10: Ich glaube, das hast du bestimmt auch mal gesehen.
00:08:12: Die Wiesenhändler waren ja früher Menschen die achte Telefonen...
00:08:15: Verkaufen!
00:08:17: Aber
00:08:17: halt auch jede Menge telefon an sich haben und abwechselnd irgendwo reinkreischen.
00:08:21: Genauso war das damals auch gibt's heute nicht mehr.
00:08:24: Das sah halt deswegen so futuristisch aus, weil ich wenn nicht die Rechenleistung haben wollte um überhaupt zocken zu können an den Deviesenmärkten da brauchte ich jede Menge Riesencomputern nebeneinander.
00:08:33: Es ist nicht mehr so wie heute.
00:08:35: Ich habe mir das auch mal von der Dimension angeschaut.
00:08:37: So der Standardcomputer damals.
00:08:39: Der nannte sich Altair-Achzig-Achtzig Der hatte zwei Megahertz, vierundsechzig Kilobytes Memory Wenn man es nur mal so um ein Gefühl dafür zu bekommen Da krieg' ich heute für die Rechanleistungen die in iPhone hat und für den Speicher den in iPhone.
00:08:53: Das ist tausendzweihundertmal stärker als dieser Rechner damals.
00:08:56: Also Grunde genommen, man braucht tausendswohnert von diesen damaligen Rechners in diesen Handelssahlen um ein iPhone vor der Rechenleistung abzubilden und dann weißt du auch warum dieser Raum vollgepackt war mit diesen ganzen Computern?
00:09:06: Willkommen
00:09:07: in der Zukunft sage ich dazu.
00:09:08: nur inmitten dieser Riesencomputer dieser Pyramide der vielen Telefone isst nun Danny Dattel.
00:09:14: Den Namen kann man sich eigentlich nicht ausdenken.
00:09:16: Geburt's ja unbekannt vermutlich um das Jahr.
00:09:20: Das heißt aber auch, er ist mit gerade mal dreiunddreißig Leiter der Devisenspeculationsabteilung.
00:09:25: Und ja jeder in dieser Abteilung darf zehn Millionen Mark wetten.
00:09:29: In heutigen Summen nochmal erheblich mehr vermutlich so um die zwanzig Millionen Euro.
00:09:34: Ja Man nannte diese Abteilung auch die Goldjungs, weil sie wahnsinnig viel Geld für die Bank rangeschleppt
00:09:53: haben.
00:09:57: Und Herrstadt ist in Köln bestens vernetzt.
00:10:00: Alle kommen mit ihrem Vermögen an, das sind Privatleute, Kommunen, Vereine, Kirchen – bis zum Kollaps hat die kleine Bank über fünfzigtausend Kunden!
00:10:08: Aber,
00:10:08: und neunzehntvierundsiebzig ist das Jahr, in dem die Dinge plötzlich schief gehen?
00:10:13: Die Bank erwirtschaftet plötzlich keine Gewinne mehr aus ihren Divisenspekulationen.
00:10:17: Es türmen sich Verluste auf, aber die merkt man
00:10:20: kaum.".
00:10:20: Das lag an einer relativ ausgeklügelten Systematik.
00:10:23: Sie hat ein bisschen was mit ner Sofortstorno-Tastetz tun.
00:10:26: Kennst du ne Sofortstone?
00:10:27: Hast du mal in der Kasse gearbeitet?
00:10:28: irgendwann so?
00:10:28: Ich hab
00:10:28: in der Gastdroge gearbeitet und da gibt's auch nen Storno!
00:10:31: Ja ich auch
00:10:32: mal an der Tankstelle.
00:10:33: das heißt du hast eine Kohlerdose die reinkommt.
00:10:35: bevor du sie abrechnest drückst Du sofortstorno.
00:10:38: Also jetzt wenn du Betrüger bist, die Kohle kassieren.
00:10:41: Sofort Storno machen und dann hast du das Geld drin.
00:10:43: aber die Sache ist nicht verbucht.
00:10:45: Ganz ähnlich lief das hier!
00:10:47: Es wurden nämlich Belege ausgedruckt ohne dass sie Verluste in die Buchhaltung kommen.
00:10:50: Das heißt ich mache eine Transaktion, ich druck's mir aus, dann stornier' ich sie.
00:10:54: aber, das heißt die Transaktionen hat es da gar nicht gegeben.
00:10:57: Kennt man wie gesagt Ausgastronomie- und Tankstelle?
00:10:59: Und dieses sofort Storno hat einfach den Zockern ermöglicht Positionen einzugehen, die in der Buchhaltungen nicht ankamen.
00:11:07: Und ja, Positionen die in der Buchhaltung nicht ankommen.
00:11:09: Da fällt doch nicht auf wenn sie Verluste machen.
00:11:11: Fehlt auch nicht auf, wenn ich meine Limits überschreite.
00:11:13: letztendlich ist eigentlich paradiesisch oder?
00:11:15: Ganz genau da kannst du echt schön Geld hinterziehen!
00:11:19: Wer hätte die sofort schon eine Taste nicht gerne in seinem Leben?
00:11:23: und dann steuerte alles auf diesen einen D-Day im Juni hier zu.
00:11:28: Ist der D-day der Dattel
00:11:29: Day?!
00:11:31: Das könnte man so sagen, nein.
00:11:33: Der D-Day war in dem Fall der zehnte Juni.
00:11:38: Da geht Dattel nämlich zu seinem Chef Ivan Herstadt und sagt ich muss dir was gestehen hier läuft gewaltig etwas schief mit unseren ganzen Positionen Und ehrlich gesagt es muss Geld her um die Löcher zu stopfen.
00:11:50: Jetzt rechts sich das Hersteller die Konkurrenz jahrelang unter Boot und auf Klüngel setzte, weil wenn Geld her muss – was mache ich als erstes als Bank?
00:11:58: Ich gehe zu einer anderen Bank ja!
00:11:59: Und frag mal, könnt ihr mir helfen?
00:12:01: Könnt ihr mir einen Kredit geben?
00:12:02: Weil das sind ja letztlich die Institutionen, die Geld verleihen.
00:12:05: Da hält man normalerweise auch zusammen, weil Bankenpleiten nichts Schönes für eine ganze Branche sind.
00:12:10: Das war aber hier nicht der Fall.
00:12:12: da haben die Banken einfach gesagt sorry ey.
00:12:14: also wenn wir dir Geld leihen Euer Geschäftsgebaren ist mir eh in Dorn im Auge.
00:12:18: Dann wollen wir aber richtig Sicherheiten sehen und das wäre in dem Fall die Sicherheit gewesen, dass man einfach die Aktien von Gerling beibringt.
00:12:25: Hätte ich ja gesagt der Co-Eigner der Herrstadt Bank war dieser... Und
00:12:28: er hat da keinen Bock drauf?
00:12:29: Genau!
00:12:30: Richtig!
00:12:30: Also ich habe eine Bank gegründet und ihr sollt hier machen und nach zwanzig Jahren kommt jetzt plötzlich und wollt auch noch obendrein meine Sicherheiten haben irgendwie.
00:12:38: Nee, da hab' ich mal keine Lust darauf.
00:12:41: Da gehe ich mal nicht wie man den Köln sagt in die Bütt mit den Sicherheiten Ja und damit im Runde genommen das Ende der Bank besiegelt.
00:12:47: Christian, nun ist das Ganze aber nicht irgendwie heimlich still und leise über die Bühne gegangen sondern das hatte weitreichende Folgen dieses Debakel.
00:12:54: ganz Köln stand unter Schock
00:12:56: Das kann man so sagen, da gibt es auch viele Bilder von.
00:13:00: Die Bank insgesamt.
00:13:01: fünfzigtausend Kunden hatten wir gehört.
00:13:03: Sechsunddreißig tausend Leute davon sind einfach nur Sparer die ihr Geld angelegt haben, ihr Sparbuch zum Teil für Kinder und die wollen natürlich ihr Geld!
00:13:11: Die stehen vor der Bank weil das war eine Sache, die gab's jahrzehntelang in Deutschland nicht mehr.
00:13:15: Es gab in Deutschland ein paar Bankenpleiten aber die Großen waren schon Ende der zwanziger Jahre Und ab dem zweiten Weltkrieg nach dem Zweiten Weltkrig ging es eigentlich nur aufwärts.
00:13:23: Gab's sowas gar nicht mehr Und hier hatten wir es plötzlich mit einer knallharten Pleite zu tun.
00:13:28: Ich komme nicht mehr an mein Geld
00:13:30: dran.".
00:13:31: Halunken, Gauner, Betrüger waren die Rufe da in dem Eingang der Bank.
00:13:35: Gibt's ganz berühmte Bilder von Bank angestellt, die die Tür so einen Spalt aufmachen und die Leute abwimmeln müssen?
00:13:41: Da war richtig beschimpft werden!
00:13:42: Genau, da war Dramatik im Spiel weil die Leute einfach nicht wussten ob das Geld jetzt weg ist.
00:13:46: Man hatte natürlich auch den Schluss ziehen können.
00:13:48: Die haben unser Geld verzockt – ganz brachial.
00:13:51: Und was denn weckt das ganze
00:13:52: Geld?!
00:13:52: Die Anleger hatten hinterher Glück im Unglück eine riesige Gläubigerversammlung in der Kölner Sporthalle mittlerweile abgerissen die größte gläubig Versammlung der Nachkriegsgeschichte.
00:14:01: Es ging um ein Prozent zwei Milliarden Mark, aber Glück im Unglück.
00:14:05: über achtzig Prozent der Gelder haben am Ende die Sparer zurückbekommen.
00:14:10: also Das ist ja noch eine ganz gute Quote eigentlich.
00:14:12: Also wenn ich auf meinem Sparbuch Tausend Mark liegen hatte, gab es über achthundert Mark zurück.
00:14:15: hat alles ne Weile gedauert zeigt aber glaube ich auch sehr gut die Lücke war gar nicht so groß.
00:14:21: man hat aber der Bank einfach nicht helfen wollen seitens der Konkurrenz sondern war eigentlich froh diesen unliebsamen Konkurrenten loszuwerden.
00:14:28: Ja und das Ganze wurde ja dann auch juristisch aufgearbeitet, ziemlich skandalös alles.
00:14:33: Das hören wir gleich!
00:14:35: Es gibt aber so viele Anekdoten rund um die Betrugsfälle dass wir jetzt eine Runde wahr oder falsch spielen wollen und alle mitraten wollen welche Aussagen welches Stories über die Herrstadtbank über diese kleine Privatbank sind wahr?
00:14:50: Und welche sind falsch?
00:14:51: Christian du hast uns wieder Geschichten mitgebracht schießlos.
00:14:55: meine erste Geschichte von der ich von dir gerne wissen würde ob war oder falsch ist, dass es eine ganz legendäre Geburtstagsparty von Ivan Herstadt gab.
00:15:04: Nämlich im Dezember dreiundsebzig kurz bevor die Bank pleite gegangen ist, das er da seinen sechzehnten Geburtstag mit über tausend Gästen gefeiert hat und das sie sogar Kölner gegeben hat, die ein Konto eröffnet haben um bloß noch ne Einladung zu dem gesellschaftlichen Event in Köln schlechthin zu bekommen nämlich den sechzähnsten Geburttag des berühmten Privatbankers Ivan Herrstadt.
00:15:25: Stimmt die Geschichte oder stimmt sie nicht?
00:15:26: Naja, also wir reden hier ja von Köln.
00:15:28: Von den geselligen Kölnern und da... Die Bank wie wir schon erwähnt haben gut vernetzt war auch mit Karnevalsvereinen und so.
00:15:35: Die Kölners feiern ja auch gerne.
00:15:37: Also vermute ich mal dass diese Geschichte stimmt.
00:15:40: Hast du recht!
00:15:41: Ich glaube das habe ich doch schon mit den Erzählungen sozusagen klügel und sonst
00:15:43: was.
00:15:43: Ja das war es.
00:15:44: Das konnte ich mir quasi anzeigen.
00:15:45: Liegt's eigentlich nahe, dass das ein Mann ist der seinen sechzigsten Geburtstag auch mit tausend Gästen feiert und das natürlich auch als Veranstaltung nutzt sich ein bisschen zu Sonnen Und der Kölner sich freut, weil er das Gefühl hat wenn ich da nicht bin dann verpass' ich womöglich das eine oder andere Klüngegeschäft.
00:15:59: Da muss ich eigentlich hin.
00:16:01: Das war tatsächlich ne Riesensause!
00:16:03: Das habe ich aus einem Zeitungsartikel entnommen dass das einer der legendärsten Partys aller Zeiten gewesen sein muss.
00:16:08: damals
00:16:09: Welche Geschichte hast du noch für uns?
00:16:11: Bleiben wir einfach mal am Tag der Geburtstagsfeier, da herrscht eigentlich ein Fahrverbot.
00:16:16: Es war nämlich die Ölkrise!
00:16:17: Wir haben im Jahr december und dann war Ivan Herrstadt tatsächlich so geil vernetzt dass er eine Sondergenehmigung bekommen hat und die Gäste tatsächlich mit dem Auto anfahren durften weil es ansonsten nicht geklappt hätte mit seiner Party.
00:16:29: War oder falsch?
00:16:30: Oh Gott... Die Ölkrise habe ich tatsächlich in meinem Studium behandelt.
00:16:34: Ich hab Medienwissenschaften studiert und da ging es um Nachrichtenwellen, und da haben wir erörtert dass die Ölkrise eigentlich gar keine Ölkriese war.
00:16:40: Es hat nie Öl gefehlt, das nur als kleine Hintergrundinfo.
00:16:43: Ich kann mir aber nicht vorstellen wenn die Regierung beschließt, dass ein Fahrverbot herrscht, dass dann ein einzelner Kölner Bankier das Ganze aushebeln kann?
00:16:54: Ich sage sie ist falsch!
00:16:55: Liegst du sogar richtig mit, hast du?
00:16:58: Weiß ich auch.
00:16:59: Braut das ein bisschen Vorstellungskraft.
00:17:00: aber tatsächlich... haben wir jetzt einfach mal so erfunden hier.
00:17:04: Und wenn du dich an die Bilder entsinnst, kann ja eigentlich nicht sein!
00:17:06: Da sind ja Leute auch zu Fuß auf Autobahnen spaziert und ich glaube... So ist es?
00:17:09: ...wenn das Auto zur... So wäre ich glaube ich draufgekommen, wenn man mir die Geschichte präsentiert hätte.
00:17:14: Ja, wenn da ein Auto zur Herstadsgeburtstagsparty gefahren wäre, wäre glaube ich das ganze Fahrverbot ein bisschen kontakariert worden.
00:17:19: Okay hast recht, dass war falsch.
00:17:20: Das war geschwindelt.
00:17:21: Aber eine haste noch.
00:17:22: Genau,
00:17:22: kommen wir einmal zu Danny Dattel der oberste Goldjunge auf der Raumstation Orion.
00:17:27: Der hatte mal im Interview gesagt, er wollte eigentlich nie in der Bank arbeiten sondern träumt davon Schauspieler zu werden.
00:17:32: War oder falsch?
00:17:33: Also wir hatten es hier schonmal mit einer Bankerin zu tun die eigentlich Schauspielerin war nämlich unsere gute Adele Spitzeder.
00:17:41: ich sag das stimmt!
00:17:42: Ich sage der wollte eigentlich Schause Spieler werden.
00:17:45: Okay diesmal liegt so daneben... nein das ist falsch!
00:17:47: Da bin ich
00:17:49: dir auch den Leim gegangen wegen unserer Frau Spitzeda.
00:17:51: Das
00:17:51: stimmt!
00:17:52: Wir müssen aber auch dazu sagen Danny Duttel war eine bekannte Figur bis zum Untergang der Bank und ist seitdem auch völlig abgetaucht.
00:17:58: Also Schauspieler war er nicht unser lieber Danny Duttel, aber Selbstdarsteller war er irgendwie auf jeden Fall.
00:18:05: und da frage ich mich dann immer was geht in der Psyche eines solchen Menschen vor?
00:18:08: Ich kann mir auch vorstellen dass er einfach sich wahnsinnig stark gefühlt hat weil er natürlich mit Gerling auch einen ja ein Großindustriellen im Rücken hatte der ihn gestärkt hat.
00:18:18: Ich glaube, das siehst du richtig.
00:18:19: Ich glaube dass es eine sehr große Rolle spielt, dass man hier jemanden im Hintergrund hat der die ganze Bank deckt.
00:18:24: ich glaube Das führt dann automatisch dazu, dass sich auch denke er wird doch die bank nicht fallen lassen.
00:18:31: das heißt egal was ich hier tue da glaube ich nicht Dass ich die bank in den abgrund reite selbst wenn ich mich vielleicht hier und da mal verzocke.
00:18:38: ich glaube aber Es ist ganz wichtig genau das Phänomen mal zu beleuchten, wenn ich Chefhändler einer Bank bin, Chefdevisenhändler und eine ganze Abteilung unter mir habe.
00:18:47: Das ist das Problem was sich bis heute habe.
00:18:50: Wenn ich gewinne Beischleppe freut sich die Bank!
00:18:52: Wenn ich hohe Gewinne beischeppe verdiene ich in der Regel auch sehr gut.
00:18:56: Verdien meine Boni kann ein hohes Gehalt erzielen.
00:18:59: Das wird dann nicht mehr hinterfragt.
00:19:01: Die Rollenverteilung ist aber, wenn man darüber nachdenkt total gefährlich weil Schlimmstenfalls werde ich rausgeflogen, verdienen kein Gehalt sozusagen.
00:19:09: Also was droht mir wenn ich mich verzocke?
00:19:11: Schlimmsenfalls Jobverlust!
00:19:14: Meine Gewinne nach oben sind aber unbegrenzt die aggressiver Ich Zocke.
00:19:17: das heißt wenn ich richtig geil zocke krieg' ich einen dicken Boni.
00:19:21: Das ist ein Skiföhr drin.
00:19:22: weißt du was sie meine,
00:19:23: dass ich riskiere muss?
00:19:24: nicht
00:19:24: allzu
00:19:24: genau und was es ist Wenn ich mich verzocke?
00:19:26: ganz genau Zweifel bin ich mein Job los Aber vielleicht ruinier ich die ganze Bank.
00:19:30: Genau Und das ist ein Phänomen das zieht sich durch über alle Krisen, Fehlspekulation bis zum heutigen Tag.
00:19:37: Sondern eigentlich sagen muss ja wenn die Zocker sozusagen durchdrehen.
00:19:41: später Nik Liesen, Jerome Caviel selbst in der Finanzkrise, die Spekulation mit Rammschanleihen alles was wir da so haben das kommt häufig aus genau dieser Schiefe.
00:19:51: ich stelle jemanden in der Bank ein Ich sage zock mal wenn das gut geht schön aber er muss nicht die Konsequenzen in allerletzter Form tragen wenn er sich verzockt.
00:19:59: er kann davon profitieren.
00:20:01: Es blüht ihm nicht richtig, was?
00:20:02: er haftet ja nicht mit seinem Privatvermögen wenn er sich verzockt.
00:20:05: Das ist die Schiefe, die glaube ich letztendlich für den Untergang der Herrstadtbank verantwortlich war zumal wir da auf einem ganz neuen Feld waren, Divisenspekulationen... Wir können das aber auch einfach mal plastisch machen.
00:20:15: Ne Mann!
00:20:16: Ich weiß du bist Pokerspielerin und ich sage verdienen mir doch bitte mal Geld.
00:20:20: hier sind tausend Euro.
00:20:21: geh mal zocken und du darfst fünfzig Prozent der Gewinne behalten weil ich denke du bist eine gute Pokerspiele drin denn rest gibt es zu mir sozusagen
00:20:30: in Ordnung.
00:20:30: Wenn
00:20:30: du aber für nichts Haftest, wenn du losziehst und weißt die tausend Euro muss ich dem nicht zurückgeben.
00:20:36: Da bist du doch glaube ich meiner Meinung nach incentiviert richtig riskant zu zocken wenn du das Geld nicht zurückgehen musst weil du darfst ja
00:20:44: vielleicht
00:20:44: die Hälfte von denen behalten.
00:20:46: Genau
00:20:46: so ist es!
00:20:47: Diese
00:20:47: Schiefe macht glaube ich deutlich dieses Spekulantendilemma in dem auch damals damals wie heute spekulante stecken die für Banken arbeiten.
00:20:55: Irgendwann wurde es ja dann richtig bizarr, und zwar als es um die juristische Aufarbeitung ging vor Gericht.
00:21:00: Was waren da die Skandale?
00:21:02: Dattel und Herrstadt wurden zwar beide verurteilt, skurril aber.
00:21:06: Beide sind sofort wieder entlassen worden weil beide waren auf ihre Art krank.
00:21:12: Bei Dattl kam jetzt etwas hervor ein bisschen pikantes Thema.
00:21:18: man diagnostizierte bei ihm sogenanntes KZ-Syndrom Das heißt, Danny Dattel war als vierjähriges Kind, aus dem KZ Auschwitz interniert.
00:21:28: Das führte dann dazu, dass der da gesundheitliche Probleme geltend gemacht hat und er sagte also hier seit ihr die Bank umgefallen ist kommen einige Dinge wieder hoch von damals Und es war also nicht möglich oder man entschied einfach, dass man ihn nicht verurteilen ins Gefängnis stecken kann.
00:21:46: Weil man ihm geglaubt hat, dass er dieses KZ-Syndrom damals hatte und Herrstadt selbst, der litte unter einem sogenannten Pickwick-Sydrom.
00:21:54: Hast du davon schon mal gehört?
00:21:55: Nein
00:21:55: was ist
00:21:55: das?!
00:21:55: Ehrlich gesagt, als ich es gelesen habe, wusste ich das auch nicht.
00:21:57: Ich musste es nach recherchieren.
00:22:00: Pickwick-Syndrom heißt dass du zu schnell einschläfst wenn du gelangweilt bist.
00:22:05: Das ist ein Symptom davon.
00:22:07: Manchmal kennt man vielleicht daraus Meetings.
00:22:09: Wenn das Thema natürlich langweilig ist, dass man in der Gefahr läuft einzuschlafen.
00:22:14: Herrstadt war aber ein wirklich fülliger, bulliger stark übergewichtiger Mensch.
00:22:19: Er hatte Atemprobleme und durch dieses Übergewicht hat er keinen richtigen Nachtschlaf gefunden.
00:22:26: Das führte dazu, dass er tagsüber extreme Müdigkeitsanfälle hätte.
00:22:32: Wenn es ihm zu langweilig wurde oder nicht folgen konnte ... reagiert der Körper mit einem Sekundenschlaf und er nickt weg.
00:22:38: Nennt man in der Form Pickwick-Syndrom, das führte dann auch dazu dass er letztendlich nicht ins Gefängnis gekommen ist.
00:22:45: Das muss man sich einmal vorstellen!
00:22:46: Der eine KZ-Symdrom, der andere es Pickwicksyndrom und Hans Gehrling selbst, der litt auch noch der Dritte im Bunde unter schwersten Herzproblemen.
00:22:55: Am Ende ist diese Bank untergegangen und auch da ist in Anführungszeichen niemand richtig zur Rechenschaft gezogen
00:23:00: worden.
00:23:00: Weil sie quasi alle irgendeine Krankheit vorschieben konnten?
00:23:03: Ich will jetzt nicht niemanden, der im KZ gesessen hat, unterstellen dass er die Krankheit vorgeschoben hat.
00:23:08: was
00:23:09: bei Danny
00:23:09: Dattel etwas merkwürdig war kaum das die Verjährungsfristen abgelaufen sind.
00:23:13: Mitte der achtziger Jahre gab es einige interessante Artikel hatte einige Fähigkeiten schnell wieder zurück gewonnen und konnte plötzlich wieder Auto fahren was vorher nicht möglich war.
00:23:22: aber ich glaube Ich will ja jetzt nicht sagen, das ist gespielt oder ein Aufkrank gemacht.
00:23:26: Das können wir einfach nicht beurteilen und da gilt im Zweifel die Vermutung, dass sie recht hatten und tatsächlich drunter
00:23:32: litten.".
00:23:33: Und dann gab's Jahr zwei-tausendvier nochmal einen krassen Twist?
00:23:36: «Zwo-tau-ten vier, muss man sagen lief die Liquidation der Bank immer noch!
00:23:40: Also so'n Prozess kann ewig lange dauern, dass man überall nochmal kratzt.
00:23:45: Wo gehört uns noch was?
00:23:46: Wo gibt es noch einen Gut haben?
00:23:48: Mal ganz banal gedacht... Sparbücher liegen ja überall rum, dann sterben manchmal Menschen und das Geld was auf solchen Sparbütchern liegt gehört natürlich den Sparbuchenhabern.
00:23:57: irgendwann verfällt das aber mal.
00:23:59: Dann geht es an die Bank zurück ist ein ganz klassischer Fall passiert.
00:24:03: kriegt man in Deutschland gar nicht mit jedes Jahr tausende Male wirklich so sparbüche verfallen?
00:24:07: So war das auch hier.
00:24:09: Es kommt halt immer noch mal irgendwas rein es verfällt Mal wieder und gehört der bank Was eigentlich den Kunden gehörte Und dass bedeutete Natürlich Das Wieder mehr zur Verfügung steht, um es an die Gläubiger zu verteilen.
00:24:20: Die damals bei der Herrstadt Bank Geld liegen hatten und noch drauf gewartet
00:24:24: haben.".
00:24:25: Dattel war jemand, der am laufenden Band auf die Herausgabe von Geld bestanden hat.
00:24:30: was er bei Seite geschafft hat.
00:24:32: Der lebt in Köln-Süls habe ich gelesen in einem feinen Apartment.
00:24:36: es gibt immer die Vermutung dass er damals Geld beiseite geschafft hat aber genaues weiß man nicht kann man letztendlich nicht belegen.
00:24:44: das bleibt am Ende im unklaren.
00:24:46: Aber Es ist schon ein verrückter Twist pleite!
00:24:55: Noch zehn Jahre nach seinem Tod läuft immer noch die Liquidation seiner alten Bank und Dattel klagt rum, dass er Geld haben will.
00:25:02: Wahnsinn oder?
00:25:03: Wahnsinn!
00:25:04: Und was lernen wir daraus?
00:25:05: Schließt eine Bank dann macht sie ihn nie wieder auf.
00:25:08: im Grunde genommen ist sie dann tot.
00:25:10: Das stimmt.
00:25:10: wenn der Moment gekommen ist wo Leute an deinem Bankeingang mit den Füßen scharren und an ihr Geld dran wollen da ist eigentlich alles vorbei Wenn wir uns fragen, was wir daraus lernen.
00:25:20: Wir profitieren beide du und ich bis heute von der Herrstadt pleite.
00:25:24: Warum?
00:25:24: Damals kam man auf die Idee dass man doch das Geld der Sparer schützen muss.
00:25:28: eine Bankpleite war ja vorher völlig unvorstellbar.
00:25:31: Man hat sich damals entschieden einen Einlagensicherungsfonds zu gründen in dem man einzahlt Der dafür sorgt, dass wenn eine Bank pleite geht wenigstens das Guthaben der Spara geschützt ist.
00:25:41: Darum hat man sich damals gekümmert.
00:25:43: Das heißt Von den Zockereien von Danny Dattel Die einige Leute viel Geld gekostet hat Profitieren du und ich eigentlich auch unsere Hörer, weil man das System danach kleines bisschen sicherer gemacht
00:25:53: hat.
00:25:53: Das ist doch mal eine gute Information zum Ende!
00:25:57: In der nächsten Folge geht's um ein dubioses
00:26:00: Duo.
00:26:00: Ein Riesenbetrug, der in der Neuzeit spielt.
00:26:03: Zwei Burschen Mitte zwanzig machen einen auf ganz dicke Hose mit Promi-Partys riesen Sausen aber leider ohne funktionierendes Geschäft.
00:26:11: was sie vorgeben zu tun Immobilien entwickeln was sie tatsächlich tun, Vertriebe anheuern und das viele Geld mit vollen Händen ausgeben.
00:26:19: Tragisch, was sich da abgespielt hat!
00:26:49: Produktion Dominik Hesse und Rob Schimonjek
00:26:51: von
00:26:52: Podcast Menya sowie Isabel Löwerdrein von FAIO.
00:26:57: Gesamtleitung FAIO Benjamin Rizom, Luca Hirschfeldt und Tristan Lehmann.
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